Editorial: Nicht berufen. Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb

Editorial_Juli_2016

Die Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen sind desolat. Gut 90 % der Stellen im akademischen Mittelbau sind befristet; Durststrecken zwischen unterschiedlichen Anstellungsverhältnissen, Teilzeitstellen mit Vollzeitarbeitsaufwand, kaum oder gar nicht bezahlte Lehre sind universitärer Alltag geworden, und akademische Lebensläufe enden trotz Habilitation serienweise im Nichts. Weiterlesen

Anne D. Peiter: Sündenbeichte der (Literatur)wissenschaft. Überlegungen zum Zusammenhang von Evaluierung und Erfolg

Peiter

  1. Wissenschaft und Beichte

(Kleine Anmerkung vorab: Im Folgenden wird – um der leichteren Lesbarkeit willen – oft allein von weiblichen Wissenschaftlerinnen gesprochen. Die Männer sind aber genauso mit gemeint.)

Die Universität als Markt bringt Rechtfertigungsstrategien hervor, die eine genauere Analyse verdienen. Weiterlesen

Peter Ullrich: Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften

Ullrich

1         Vom Leiden des „Nachwuchses“

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine der großen Zeitungen oder andere Medien das Leid der akademischen Beschäftigten thematisieren. Herzzerreißende Geschichten erzählen von höchstqualifizierten Spezialist_innen im Alter zwischen 35 und 50, die sich mit Kettenverträgen und Teilzeitstellen kürzester Laufzeit herumschlagen oder in der Blüte ihres Berufslebens gezwungen sind, aus der Wissenschaft auszusteigen und – eigentlich viel zu spät – beruflich noch einmal von vorn zu beginnen. Weiterlesen

Ein Interview mit Klaus-Michael Bogdal

Interview_Bogdal

Klaus-Michael Bogdal, geboren in Gelsenkirchen, studierte Germanistik, Philosophie und Slavistik an der Ruhruniversität Bochum. Sein Studium schloss er 1972 mit dem Ersten Philologischen Staatsexamen ab. 1976 wurde er dort mit einer Arbeit über den Naturalismus promoviert, die 1978 unter dem Titel „Schaurige Bilder. Der Arbeiter im Blick des Bürgers“ im Syndikat-Verlag in Frankfurt a. M. erschien. Weiterlesen

Passwort „Weder – Noch, Lieber Irgendwie Anders“. Ein Interview mit Jürgen Link

Interview_Link

Jürgen Link studierte deutsche und romanische Sprachen und Literaturen in Göttingen, Caen und München. In den 60er Jahren verbrachte er drei Jahre in Frankreich, unter anderem als Lektor in Besançon, wo er mit unterschiedlichen theoretischen Strömungen in Verbindung kam. Weiterlesen

Judith W. Lyotard: Die Sorten der Wissenschaft. Ein Dreisatz

Lyotard

Es gibt drei Sorten von Wissenschaft. Die erste möchte Gutes tun für das eigene Land, die zweite für die Wissenschaft selbst, die dritte für die Befreiung der Menschen in aller Welt. Die erste ist konservativ, die zweite liberal, die dritte emanzipatorisch. Die erste glaubt an den Staat, die zweite an sich selbst, die dritte an die Revolution. Alle drei haben ihre Berechtigung und ihre Grenze. Weiterlesen

Katharina Kreuzpaintner: Linke, die in der Provinz bleiben. Hans Peter Herrmanns „Krisen. Arbeiten zur Universitätsgeschichte 1933-2010 am Beispiel Freiburgs i. Br.“

Kreuzpaintner

Die letztes Jahr erschienenen Krisen von Hans Peter Herrmann kommen im grauen Paperback-Cover unscheinbar daher. Inhalt des Bandes ist eine Auseinandersetzung mit Freiburg als exemplarischem Standort westdeutscher Universitätsgeschichte. Für diesen Fall hat sich der Verfasser deshalb entschieden, wie Untertitel und Backcover suggerieren, weil er ihn eben am besten kennt. Weiterlesen

Statt eines Editorials: Kollektive Autor_innenschaft

Statt_eines_Editorials

X: Kollektive Autor_innenschaft – Was tun?!

A: „Was tun?“ Vielleicht ist es produktiv, diese Frage in die Frage „Wie – oder in welcher Form – es tun?“ umzuformulieren. Bei kollektiver Autor_innenschaft scheint sich mir vor allem erst einmal das Problem zu stellen – oder besser: die Chance zu bieten, wie wir mit der Vielheit der Stimmen der an dieser Textproduktion Beteiligten umgehen wollen? Weiterlesen

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