Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft fragt nach dem Verhältnis von Literatur, Literaturwissenschaft und emanzipatorischen Bewegungen.

Nr. 11 (2018): Neue Materialismen

Vorabveröffentlichung: "Ohne erheblichen Druck mit geeigneten Formen des Protests lässt sich gar nichts erreichen." Ein Interview mit Jürgen Schutte

08-11-2018

Jürgen Schutte, geb. 1938, hatte von 1992 bis 2003 eine Professur für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin inne. Er lehrte an Universitäten in Alborg (Dänemark), Peking, Bangkok sowie im Stanford Overseas Studies Program in Berlin. Er arbeitete zur Literatur des 16. Jahrhunderts, der Moderne um 1900 und zur Gegenwartsliteratur. Einen besonderen Schwerpunkt bildete seine langjährige Beschäftigung mit und seine herausgeberischen Verdienste um das Werk Peter Weiss’. Jürgen Schutte gab Peter Weiss’ Notizbücher, seinen Briefwechsel mit dem Literaturwissenschaftler Manfred Haiduk und die Neue Berliner Ausgabe seiner Ästhetik des Widerstands nach Vorgaben des Autors heraus. Zuletzt erarbeitete Jürgen Schutte einen umfassenden Registerband zur Ästhetik.

Jürgen Schutte ist wenige Tage nach der Zusendung seines Interviews, am 19. Oktober 2018, in Berlin verstorben. Wir, die Redaktion von undercurrents, bedauern dies sehr und hoffen, mit diesem Interview zur Würdigung seines Lebenswerks beizutragen.

Das Interview erscheint auch noch einmal in unserer kommenden Ausgabe im Dezember 2018.

Vorabveröffentlichung: Helmut Peitsch "Das ferne Ziel. Nachruf auf Jürgen Schutte"

08-11-2018

Als einem, der im ersten Semester seines Deutsch-Lehramt-Studiums Jürgen Schutte als Studienberater der (studentischen) Institutsvertretung des Germanischen Seminars der FU Berlin kennenlernte und in dessen letztem von ihm gefragt wurde, ob er einen Lehrauftrag im gemeinsam mit ihm und einem anderen Wissenschaftlichen Assistenten zu haltenden Grundkurs „Einführung in die Literaturtheorie der DDR“ annehmen würde, drängt sich in der Trauer um seinen Verlust die Erinnerung an die Bedingungen auf, die ihn auf seine besondere Weise, wie das undercurrents-Interview belegt, bis in die letzten Tage seines Lebens, produktiv werden ließen. Trauer darüber, dass „das Ziel“ auch für ihn nicht „zu erreichen“ war, als Erinnerung daran, was es „in großer Ferne“ „deutlich sichtbar“ werden ließ (Bertolt Brecht, An die Nachgeborenen).

Der Nachruf erscheint auch noch einmal in unserer kommenden Ausgabe im Dezember 2018.

CfP: ‚1968‘ und die (Re-)Konstruktion linker Jubiläen

11-09-2018

Der linken Jubiläen sind 2018 viele — Marx-Geburtstag, Novemberrevolution und das im Moment wohl meist diskutierte und erinnerte Datum: 1968. Letzterem wird sich auch unsere neue Ausgabe widmen, indem sie die nachträgliche Rekonstruktion von ‚1968‘ kritisch in den Blick nimmt. Nach einer Fülle an Publikationen, Besprechungen, Anekdoten und Reflexionen zum Thema 1968 im Jubiläumsjahr, erscheint es uns gewinnbringend, die Konstruktion des Jubiläums selbst in den Blick zu nehmen. Durch die Frage danach, welche Gruppen seitens der mit diesem Datum verknüpften Großerzählung marginalisiert wurden und werden,  soll zugleich eine Neuperspektivierung des Jahres 1968 möglich werden.

CfP: Neue Materialismen

10-08-2018

Materialistische Ansätze haben in den letzten Jahren in der Literaturwissenschaft eine neue Bedeutung erlangt, die in Abgrenzung vom ‚lingustic turn‘ bereits zur Rede von einem ‚material turn‘ geführt hat. In ihrem Fokus stehen Verhältnisse zwischen literarischen Texten und ihrer Materialität, und damit auch (materielle) Praktiken, welche die Literatur bzw. Literaturwissenschaft kennzeichnen.

5 Jahre - 10 Hefte - 1 Jubiläum

01-09-2017

Wir laden euch ein, mit uns die 10. Ausgabe von Undercurrents. Forum für linke Literaturwissenschaft zum Thema „Nationalismus und Germanistik“ zu feiern: Wir zeigen den Kurzfilm „Schicht“ von Alex Gerbaulet, Markus Liske liest zum Schwerpunkt unseres Heftes, das tippel orchestra spielt politische Lieder und die zauberhafte Gerda Hanebüchen moderiert das (nicht ganz ernst gemeinte) Quiz „Wer wird linke Literaturwissenschaftler_in?“ Der Eintritt ist frei.