Peitsch

In der Geschichte des marxistischen Materialismus innerhalb germanistischer Debatten seit den 1960er/1970ern, nach der der CfA von Undercurrents im Dezember 2017 fragte, hat die 1959 begründete Westberliner Zeitschrift Das Argument, seit 1969 als Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften, eine Rolle gespielt. Ihr in der sich entwickelnden Bewegung der Atomwaffengegner engagierter Gründer und Herausgeber Wolfgang Fritz Haug hat in seinem Beitrag zum 50-jährigen Jubiläum über „Ursprünge des Argument-Marxismus“ das erste Heft, das unter dem Titel „Fragen marxistischer Theorie (I)“ erschien, insofern als bedeutsam hervorgehoben, als es angekündigt habe: „Hier will man in Sachen Marxismus von jetzt ab ein Wort mitreden.“ (Haug 2009a, 152) Auf den auffälligen Umstand, dass es mit den drei Aufsätzen zu Georg Lukács, Bertolt Brecht und Walter Benjamin 1968 das Feld der Literatur war, auf dem Marxismus erstmals und programmatisch zum Thema eines Argument-Heftes wurde, ist Haug 2009 nicht eingegangen, sondern hat im selben Jahr in einem Sammelband zum 40-jährigen Jubiläum von ‚1968‘ zu „Werner Mittenzweis für uns überaus wichtige[r] Darstellung der Brecht-Lukács-Debatte“ bekräftigt: „Diese Debatte fand und findet mich noch immer auf der Seite Brechts“ (Haug 2009b, 41; vgl. Mittenzwei 1968). Haug hatte Brecht 1995 im Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus zum Subjekt einer „Brecht-Linie“ erhoben: „Brecht wurde für diese Generation [der Studentenbewegung] zum wichtigsten Lehrer marxistischen Denkens“ (Haug 1995, 340), 2009 beansprucht Haug eine Kontinuität des Argument-Marxismus, indem er Brechts Kapital– und Lenin-Lektüre seine „Erfahrung hinzufüg[t], daß mir bei Materialanalysen ein Licht über materialistische Dialektik aufgegangen ist, wo es darum ging, eine immanente Ordnung aus dem Material herauszudestillieren“ (Haug 2009a, 152-153): „Den Begriffswerkzeugen, zu deren Neubildung er [der Marx der Kritik der politischen Ökonomie] mich anregte, schloss mein Material sich wie von selbst auf. Ich rezipierte Marx durch den Filter der […] theoriebildenden Praxis.“ (153)

Veränderung der Begrifflichkeiten

Beim Vergleich dieser Behauptung einer methodischen Kontinuität im Zeichen solcher Materialanalyse mit den in der Zeitschrift veröffentlichten literaturwissenschaftlichen Beiträgen stellen sich Zweifel ein. Schon die Heftthemen, unter denen Literatur zum Gegenstand der Untersuchung gemacht wurde, sind durch eine auffällige Veränderung der Begriffe gekennzeichnet. Wenn schon vor 1968 „Probleme der Ästhetik“ zwei Mal Thema waren (H. 26, 1963; H. 28, 1964) und danach drei Mal wieder wurden (H. 64, 1971; H. 72, 1972; H. 99, 1976), so wurden „Fragen der marxistischen Theorie“ in den drei folgenden Themenheften auf den Feldern Geschichtsphilosophie (H. 52, 1969; H. 65, 1971) und politischer Ökonomie (H. 74, 1972) verhandelt. Das im selben Jahr wie das Brecht-Lukács-Benjamin-Heft erschienene zur „Kritik der bürgerlichen Germanistik“ (H. 49, 1968) war das zweite einer Dreier-Reihe „Wissenschaft als Politik“, die auch Pädagogik, Geschichtswissenschaft (H. 43, 1967) und Soziologie (H. 66, 1971) kritisch thematisierte. Die beiden letzten Wissenschaften erhielten, ebenso wie die „bürgerliche Medizin“ (H. 60, 1970), noch eigene Vierfach-Sonderbände „Kritik der bürgerlichen Sozialwissenschaften“ (H. 50, 1969) und sogar zwei Mal „Kritik der bürgerlichen Geschichtswissenschaft“ (H. 70 und 75, 1972). Ein Thema allerdings wurde als fünftes Heft zu „Fragen der marxistischen Theorie“ (H. 77, 1972) eingeführt, um dann unter anderem Titel eine eigene Reihe zu begründen: „Widerspiegelungs-Diskussion – Streitfragen materialistischer Dialektik (I)“ (H. 81, 1973). Nur einmal war in den folgenden vier Heften die ‚Streitfrage‘ nicht Widerspiegelung, sondern das „Verhältnis von Logischem und Historischem“ (H. 84, 1974; vgl. aber H. 85, 1974; H. 90, 1975; H. 92, 1975). Anfang der 1980er Jahre hörte die Reihung von Themenheften auf, sodass es die Wiederkehr von Begriffen in den Einzelheft-Themen ist, die Veränderung anzeigt: Schon mit Heft 100  beginnt 1976 „Ideologie“ häufig zu werden, gefolgt von „Kultur“ (H. 115, 1979) und „Identität“ (H. 130, 1981), während seit dem als Buch aufgemachten Jubiläumsheft „50 Jahre Das Argument. Kritisch-intellektuelles Engagement heute“ (H. 280, 2009) dieser letzte Begriff immer häufiger als Heftthema erscheint, ohne dass es z.B. in diesem Fall – abgesehen von literarischen Beiträgen von Volker Braun, Erasmus Schöfer, Franz Josef Degenhardt u.a. – um Literatur gehen müsste. Als die thematischen Reihen der Zeitschrift aufgegeben wurden, hatten sich in der Zeit ihrer stärksten Verbreitung zwei andere Publikationsformen etabliert, die unterschiedliche Aufgaben im „Verlagsprogramm“ erfüllen sollten, sich in „sich aneinanderlagern[den]“ „Bewegungen“ – Arbeiter-, Frauen-,  Ökologie-, „Kultur-von-unten“- und Friedensbewegung – mit „Ziel eines erneuerten sozialistischen Projekts“ zu ‚verankern‘ (Das Argument-Konzept 1987): Während in den Argument-Studienheften (ASH) zumeist in der Zeitschrift erschienene Artikel als „Studientexte“ und als „Materialien […] für Arbeitsgruppen“ „verfügbar gehalten“ wurden, sollte die „wissenschaftliche Taschenbuchreihe“ Argument-Sonderbände (AS) einen über „verschiedene Universitätsstädte verteil[t]en“ „überregionale[n] Projekteverbund“ (Das Argument-Konzept 1987) bilden.

Studienhefte und Sonderbände: Friedrich Tomberg und Thomas Metscher, Gert Mattenklott und Klaus Scherpe

Unter den ersten zwanzig Studienheften waren je zwei von zwei Autoren, die schon vor 1968 im Argument publiziert hatten – Thomas Metscher seit 1960, als er in Heft 14 mit dem Gedicht „Zwischen Gittern tödlichen Regens“ debütierte, und Friedrich Tomberg, der zum ersten „Probleme der Ästhetik“-Heft (H. 26, 1963) nicht nur den Aufsatz „Utopie und Negation. Zur Kunsttheorie Theodor W. Adornos“ beitrug, sondern auch eine Rezension von Georg Lukács’ bei Luchterhand erschienenen Schriften zur Literatursoziologie. Mit der Aufnahme in die Reihe der Argument Studienhefte von Friedrich Tombergs „Was heißt bürgerliche Wissenschaft?“ (vgl. ASH 2) und „Basis und Überbau im historischen Materialismus“ (vgl. ASH 16) sowie von Thomas Metschers gleichfalls Kritik und Programm bietenden Aufsätzen zu Peter Szondi „Kritik des literaturwissenschaftlichen Idealismus“ (vgl. ASH 9) und über materialistische „Ästhetik als Abbildtheorie“ (vgl. ASH 17) waren diese Texte als damaliger Argument-Marxismus kanonisiert.

Unter den seit 1974 erscheinenden Argument-Sonderbänden gab es – abgesehen von dem (wie das Forum Kritische Psychologie und Jahrbuch für Kritische Medizin) jährlich erscheinenden Gulliver zur Kritische[n] Anglistik & Amerikanistik – bis 1980 einige, relativ wenige, zumeist vom Zeitschriften-Herausgeber Wolfgang Fritz Haug selbst herausgegebene Bände zur deutschen Literatur, so Vom Faustus bis Karl Valentin. Der Bürger in Geschichte und Literatur (vgl. AS 3) und Brechts Tui-Kritik (vgl. AS 11), beide 1976, der erstere mit einem „literarhistorische[n] Essay“ von Metscher „Faust und die Ökonomie“, der letztere mit zwei Aufsätzen von Mittenzwei zum „Dialektiker Brecht“ und zu dessen „Materialästhetik“, und schließlich 1980 „Aktualisierung Brechts“ (AS 50), mit vier Beiträgen des Herausgebers, darunter „Brechts Beitrag zum Marxismus“.

Im selben Jahr erschien ein Argument-Studienheft, von dessen acht unter dem Titel Nach links gewendet. Über neuere Literatur (Mattenklott 1980) versammelten Aufsätzen kein einziger vorher im Argument erschienen war, und dessen Autor bisher im Argument nur 1976 eine äußerst scharfe Kritik an Metschers ‚literarhistorischem Essay‘ zum Faust (Metscher 1976) publiziert hatte, die aber eben nicht im Studienheft von Gert Mattenklott  enthalten war. Mattenklott wetzte sein sprachkritisches Messer an Metscher’schen Leitbegriffen, die bereits in Metschers Szondi-Kritik und dessen Hegel-Studie das noch nicht rezipierte Widerspiegelungskonzept vertraten: „Ausdruck“, „Äquivalenz“, „thematische Konstitution“, „zugrunde liegender und freigelegter Schematismus“, „Objektivierung“, „Korrelation“, „Determination durch reales Substrat“, „Darstellung – in Form sinnlicher Anschauung – des in der objektiven Welt konstitutiven Begriffs“, „Manifestation gesellschaftlicher Sachverhalte bzw. Faktoren“ und „in der ästhetischen Konstruktion formativ bzw. konstitutiv tätige sozio-ökonomische und politische Kategorien“ würden als Leitbegriffe für das widerspiegelnde Werk, die widergespiegelte Wirklichkeit oder die Widerspiegelungsbeziehung benutzt (Mattenklott 1976).

Ein Jahr nach dem Studienheft schrieb Mattenklott zusammen mit Klaus Scherpe (mit dem er seit 1973 im Scriptor-Verlag die Reihe Literatur im historischen Prozeß (LHP) herausgegeben hatte, die der Verlag 1979 einstellte), aber auch zusammen mit Jost Hermand (der in H. 121, 1980 erstmals im Argument geschrieben hatte), Karl Heinz Götze (schon in H. 68, 1971), Lutz Winckler (H. 70, 1972) und Jürgen Schutte das Editorial für die „Neue Folge“ der LHP nun als Argument-Sonderbände:

„Die Reihe wurde begründet in der Absicht, einer materialistischen         Literaturgeschichte vorzuarbeiten und verschiedene Ansätze exemplarisch zu          erproben. Die NEUE FOLGE soll helfen, den herrschenden Tendenzen der Repression      und des Rückzugs in Schule, Universität und im Wissenschaftsbetrieb entgegenzuarbeiten. Ist der Umgang mit Literatur heute geprägt von der Aufforderung    zur Autonomie und Selbsterfahrung einerseits und der offiziellen Institutionalisierung    der Bildungsziele andererseits, so wird eine Orientierung auf den gesellschaftlichen Zusammenhang und den historischen Entwicklungsprozeß der Literatur umso             dringlicher. Beiträge zur demokratischen Tradition, zur kulturellen Vorgeschichte      gegenwärtigen Denkens und Handelns, zur alternativen und massenhaft verbreiteten       Literatur, insbesondere auch zu aktuellen Autoren Werken und Streitfragen der Literaturtheorie sollen zu dieser Orientierung beitragen.“ (Literatur 1981)

Insbesondere der eine alte und neue LHP-Herausgeber, Klaus Scherpe, lieferte mit seinem ersten Text für die Zeitschrift (vgl. Scherpe 1983) gleich eine in die Wissenschaftsgeschichtsschreibung eingegangene „Paradigmaaufgabe“, die er „als ‚Beziehung‘ und nicht ‚Ableitung‘ bezeichnet hat“ (Fohrmann 2000, 110-111). Damit sei, so Jürgen Fohrmann, „das zentrale Theorem einer ‚Sozialgeschichte der Literatur‘ getroffen, nämlich die Nicht-Reversibilität von sozialem Zusammenhang und literarisch/nicht-literarischem Text“ ersetzt durch „eine Tendenz zur ‚Vertextung von Kultur‘“ (111). Zugleich aber hat Scherpe mit dem zusammen mit Götze noch zu Weiss’ Lebzeiten herausgegebenen ersten LHP-AS mit dem Titel Die ‚Ästhetik des Widerstands‘ lesen (vgl. Götze / Scherpe 1981) die literaturwissenschaftliche Agenda des Arguments auf Jahrzehnte gesetzt (in mehr als dreizehn Heften findet sich bis 2014 mindestens ein Beitrag).

Die Widerspiegelungs-Diskussion

In der Widerspiegelungs-Diskussion des Argument hatten Tomberg und Metscher zu denen gehört, die am „praktischen Sinn des Widerspiegelungs-Theorems“ (Tomberg 1973) festhielten, aber auf unterschiedliche Weise. Hatte Metscher in dem Argument-Aufsatz zur „Kritik des literaturwissenschaftlichen Idealismus am Beispiel Peter Szondis“ noch Szondi vorgeworfen, an der vom idealistischen System geprägten Lehre vom Ideal als Inhalt/Form-Dialektik statt an der Lehre vom allgemeinen Weltzustand anzuknüpfen (vgl. Metscher 1968, 490-491), so eignete sich seine Hegel-Studie Hegels Ideal an, um das Widerspiegelungsproblem in eins von Inhalt und Form zu wenden. „Das Ideal“, schrieb Metscher als ‚materialistische‘ Erkenntnis, „als Synthesis von Form und Inhalt hieße dann: es ist die in der Anschauung ins Bewußtsein tretende sinnliche Einheit der Form als Erkenntnismedium mit dem Inhalt als dem substantiellen Wesen der objektiven Welt, dargestellte und in der Form der Darstellung erkannte Wirklichkeit“ (Metscher 1971, 23). Seinen Kritikern, die ihm wie Mattenklott (vgl. 1976, 735, 738) oder Peter Bürger (vgl. 1975, 225) die Vernachlässigung von Problemen der Form vorwarfen, hielt Metscher seine These von der Objektdetermination der Form entgegen (vgl. Metscher 1975a, 246-247). Diese These durchzog seine Arbeiten seit der Szondi-Kritik, die sie am umfassendsten begründete. Die Darlegungen am Beispiel Shakespeares und der ursprünglichen Akkumulation gehen über sehr allgemein gehaltene Analogien nicht hinaus, denen zufolge eine atektonische gesellschaftliche Totalität ein entsprechendes Darstellungsprinzip verlange, eine komplexe gesellschaftliche Struktur, charakterisiert durch Überlagerung ökonomischer Strukturen und komplizierte Strukturen von Klassengegensätzen, sich notwendig in der komplexen ästhetischen Gestalt ausdrücke bzw. von ihr mimetisch nachgebildet werde (vgl. Metscher 1968, 475-480). Die These von der Objektdetermination der Form beschreibe den „notwendigen“ Zusammenhang von komplexer Gesellschaft und komplexer (moderner) Literatur (Metscher 1971, 61; Metscher 1972, 944, 961-962; Metscher 1976, 33). Auf die Formel Komplexität reduzieren sich auch Metschers spätere Ausführungen zur Objektdetermination der Form an den Beispielen Joyce oder Goethe oder der Kunsttheorien Schillers und Friedrich Schlegels:

„Der ‚Faust‘ zeichnet sich vor der großen Zahl der in der Geschichte der bürgerlichen    Kultur überlieferten Werke dadurch aus, daß er nicht nur kraft seiner objektiven             Verfassung als künstlerische Form auf eine gesellschaftliche Basis verweist, die ihm als    Erklärungsgrundlage letzter Instanz zugrunde liegt, sondern daß dieses Erklärungsmuster bis zu einem gewissen Grade in seiner Text-Struktur vorgeprägt ist.“ (Metscher 1976, 32)

Im Unterschied zu Metschers Versuch  einer ausschließlich „erkenntnistheoretischen Grundlegung materialistischer Ästhetik“ (Metscher 1972, 920) bestimmt Tomberg – von dem Metscher als „[d]ie Grundbegriffe der Realismustheorie“ „affirmative Mimesis“ und „Antizipation“ (969) stillschweigend aus Mimesis der Praxis (Tomberg 1968) übernimmt, ohne zu sehen, dass Tombergs Ausgangspunkt seinem Objektivismus diametral entgegengesetzt ist – das „Wesen aller Kunst“ dahingehend, daß sie „die Wirklichkeit parteilich für die Eudaimonie widerzuspiegeln sucht“ (Tomberg 1968, 67). Kernpunkt ist für Tomberg die Wertung der Wirklichkeit in der Kunst, deshalb betont er sehr schroff deren Differenz zur Wissenschaft:

„Im Unterschied zum normalen Erkenntnisstreben, das auf die Wirklichkeit um jeden Preis gerichtet sein muß, geht es der Kunst nur um die Wirklichkeit der Eudaimonie, und  zwar in der Art, daß sie sich, sollte einmal ein Widerstreit zwischen Wirklichkeit und Eudaimonie entstehen, immer für die Eudaimonie gegen die Wirklichkeit entscheidet,   wodurch sie freilich mit sich selbst in Widerstreit gerät.“ (84-85)

Metscher löst die Tombergschen Kategorien aus ihrer historischen und systematischen Begründung in diesem axiologischen Konzept. Seine (1975b, 38) „konstruktive Kritik“ an Tomberg im Aufsatz „Tendenzen der materialistischen Ästhetik in der BRD“, der neben Bloch, Adorno und Marcuse Haugs Warenästhetik und eben Tomberg vorstellt, zeigt, dass er, trotz des korrekten Referats der Tombergschen Kunsttheorie, die entscheidende Differenz zwischen ihnen nicht gesehen hat:

„Der Ansatz Tombergs, auf den Begriff gebracht, rekurriert auf die marxistisch- leninistische Widerspiegelungstheorie. Eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes würde    die Erarbeitung der erkenntnistheoretischen Grundlagen marxistisch-leninistischer         Philosophie implizieren, mit dem Ziel einer Bestimmung ästhetischer Theorie von der    Erkenntnistheorie her: ästhetische Theorie als Theorie der ästhetischen Erkenntnis“ (44),

die er mit „Ästhetik als Abbildtheorie“ ansatzweise gegeben zu haben meint.

Wertung oder Erkenntnis: Lukács’ historischer Materialismus als Humanismus

Beide berufen sich auf Lukács, wobei Tombergs Neufassung seiner Dissertation von 1963 noch nicht auf die vom Argument 1968 entschiedene Brecht-Lukács-Debatte eingehen konnte. Metscher aber übernimmt, ohne Mittenzwei zu nennen, dessen Kritik an Lukács’ Totalitätsbegriff in Es geht um den Realismus (vgl. Lukács 1973), um selbst auf Brecht zu verweisen, der die Dialektik von Wesen und Erscheinung nicht nur logisch – wie Lukács –, sondern auch „konkret historisch: historisierend“ gefasst habe (Metscher 1972, 959).

Metscher erhielt für seine Antwort auf Bürgers Kritik (vgl. Metscher 1975a; Bürger 1975) ein Editorial, das Metscher dafür lobte, dass „er die Herausforderung, die von Lukács ausging, positiv aufgenommen hat und zugleich wichtige Anregungen Brechts, dieses Antagonisten von Lukács, aufgreift und den Gegensatz dieser Positionen in seinem theoretischen Entwurf schöpferisch aufzuheben sucht […]. Sein Beitrag gewinnt vor allem dadurch über den Anlaß hinaus an Gewicht für die Weiterentwicklung materialistischer Kunst- und Literaturtheorie, daß er den für eine Realismustheorie grundlegenden Begriff der ästhetischen Erkenntnis weiter ausarbeitet.“ (Editorial 1975, 191)

Aber im Unterschied zu Metscher, der seine „Abhandlung“ eine „Ableitung einiger zentraler Gesichtspunkte materialistischer Ästhetik aus der marxistisch-leninistischen Erkenntnistheorie“ nannte (Metscher 1972, 920), hat Lukács nie den Anspruch erhoben, eine Literatur- bzw. Realismustheorie ausschließlich aus der Erkenntnistheorie abzuleiten, wie Metscher ihn programmatisch in „Ästhetik als Abbildtheorie“ (1972) formulierte. Dagegen wollte Lukács die marxistisch-leninistische Ästhetik auf dialektischem und historischem Materialismus fundieren:

„Entstehung und Entwicklung der Literatur sind ein Teil des gesamthistorischen            Prozesses der Gesellschaft. Das ästhetische Wesen und der ästhetische Wert der             literarischen Werke und im Zusammenhang damit ihre Wirkung sind ein Teil jenes     allgemeinen und zusammenhängenden gesellschaftlichen Prozesses, in dem sich der       Mensch die Welt durch sein Bewußtsein aneignet. Vom ersten Gesichtspunkt aus sind die marxistische Ästhetik, die marxistische Kunst- und Literaturgeschichte ein Teil des             historischen Materialismus, vom zweiten Gesichtspunkt aus die Anwendung des           dialektischen Materialismus.“ (Lukács 1954, 193)

Der historische Materialismus konzentriert sich in Lukács’ „Einführung in die ästhetischen Schriften von Marx und Engels“ in der Theorie von der Kunstfeindlichkeit der kapitalistischen Gesellschaft (vgl. Schlenstedt 1986), die besage, dass in der durch Verdinglichung und Fetischisierung entmenschlichten kapitalistischen Gesellschaft „jeder wirkliche Künstler, jeder wirkliche Schriftsteller ein instinktiver Feind jeder derartigen Verzerrung des humanistischen Prinzips“ sei, „unabhängig davon, wie weit dies den einzelnen schöpferischen Geistern bewußt wird“ (Lukács 1954, 199). Lukács kann dementsprechend den „sozialistischen Humanismus“ als den „Mittelpunkt der marxistischen Ästhetik“ (216) bezeichnen, soweit sie angewandter historischer Materialismus ist.

Dass Tomberg sich in Mimesis der Praxis für das in seinem „Sprachgebrauch“ Eudaimonie Genannte auf Marx’ frühe Auffassung „Kommunismus ist […] vollendeter Humanismus“ (Tomberg 1968, 30) bezieht‚ ignorierte Metscher, um erkenntnistheoretische Übereinstimmung zu betonen, aber gegen zwei der LHPAS-Herausgeber richtete sich 1982 seine „Kritik eines Ansatzes […], wie er, anknüpfend an Tendenzen der gegenwärtigen Diskussion in der DDR, hierzulande vor allem von Gert Mattenklott vertreten wird“ (Metscher 1982, 146). Irrtümlich machte Metscher Klaus Scherpe (an Stelle Klaus Schultes) zu Mattenklotts Mitverfasser des Einleitungskapitels des vierten Bandes der alten LHP-Reihe von 1974 Westberliner Projekt: Grundkurs 18. Jahrhundert. Eine ganze Seite von rhetorischen Fragen, die belegen, dass Metscher Mattenklotts und Schultes Rezeption der Leipziger Schule der DDR-Philosophie, vor allem deren Konzept einer doppelten, sozialökonomischen und gegenständlichen Determiniertheit von Erkenntnis (vgl. Mattenklott / Schulte 1974, 5), entgangen ist, laufen auf den Vorwurf hinaus einer „zumindest tendenziell zu beobachtenden Reduktion des Gegenstandes der Kunst auf die Seite des emotionalen Weltverhältnisses der Menschen“, das an die Stelle des tatsächlichen Gegenstandes von „künstlerischer Aneignung“ trete: „die Totalität gesellschaftlicher Prozesse (= das ‚gesellschaftliche Gesamtobjekt‘)“  (Metscher 1982,148).

Metschers und Tombergs Kritik an Wolfgang Fritz Haug

Im selben Sammelband (Metscher 1982) von „zwischen 1976 und 1980/81“ (8) entstandenen „Beiträgen“ mit „Werkstattcharakter“ (7) zu „Kunst Kultur Humanität Studien zur Kulturtheorie Ideologietheorie Ästhetik“ (3) findet sich erstmals eine kritische Anmerkung zum Herausgeber des Argument, und zwar zu dem 1979 von seinem Projekt Ideologie-Theorie (PIT) herausgegeben AS Theorien über Ideologien.  Metscher nennt es „die konsequenteste Fassung dessen, was ich den restringiert-kritischen oder negativen Ideologiebegriff genannt habe“ und sieht in dem „hohe[n] Abstraktheitsgrad dessen, was ‚kommunistische Perspektive‘ genannt wird“ „die Gefahr des Utopismus; dazu gehört die Kritik des realen Sozialismus wie auch der Praxis kommunistischer Parteien von einem utopischen Standpunkt“ (230).

Zwei Jahre später war Metscher Mitherausgeber eines vom DKP-Verlag Marxistische Blätter herausgebrachten Sammelbandes Marxismus – Ideologie – Politik. Krise des Marxismus oder Krise des »Arguments«?, in dem er seine Kritik am PIT umfassend begründete, ausführlicher in der Darlegung des im Marxismus-Leninismus tradierten Begriffs zum Zweck des „innertheoretisch[en]“ als in der Ausformulierung des „politisch[en] Einspruch[s]“ (Metscher 1984, 236): dass „unverzichtbare Theorieelemente des Marxismus aufgegeben werden  zugunsten eines reduktiven, im Grunde eklektischen Theorieentwurfs“ (237) einer „‚horizontale[n] Vergesellschaftung‘ – auch ‚Kultur‘ genannt – die als selbstzweckhafte Vergesellschaftung-von-unten‘ [sic] der ideologischen ‚Vergesellschaftung-von-oben‘ entgegengesetzt ist“ (235).

Tomberg (1976) hatte die „Tendenz“ in Haugs „Rezeption des Marxismus“ schon 1976 kritisiert, worauf dieser mit dem Vorwurf antwortete, dass Tomberg ein Ideologe sei und ihn auf  Marx’ und Engels’ Deutsche Ideologie verwies:

„Skizziert wird dort die Ableitung der allgemeinsten Denkformen, die aus der          arbeitsteiligen Besonderung ideeller Funktionen innerhalb der herrschenden Klasse oder   in ihrem privilegierten Dienst entspringen. Jetzt entsteht z.B. die Restriktion der Theorie auf bloße Anschauung. Ferner entstehen jetzt die Abstraktionen, die den Ausgangspunkt der Ideologentätigkeit, das Ideelle als Form wie als Inhalt, selbständig festhalten. Jetzt entsteht das, was Engels in der hochwichtigen Schrift ‚Ludwig Feuerbach und der     Ausgang der klassischen deutschen Philosophie‘ als Ideologie im Gegensatz zur wissenschaftlichen Erkenntnis verstand: ‚Beschäftigung mit Gedanken als mit selbständigen, sich unabhängig entwickelnden, nur ihren eigenen Gesetzen             unterworfenen Wesenheiten‘. (MEW 21, S. 303)“ (Haug 1976a, 654-655)

In seiner Antwort an Tomberg machte Haug das „gespannte Verhältnis von Intellektuellen und Arbeiterbewegung“ zu einem „allgemeinere[n], dessen Sonderfall es ist“: dem „von Individuum und Kollektiv in der Arbeiterbewegung“ (648). Er argumentiert hier gegen Tomberg mit Brechts Brotkorb-Materialismus, dem alle Intellektuellen als kleine Warenproduzenten gelten. Dabei „erscheinen“ Haug im selben Jahr in seiner „Aktualität von Brechts Tui-Kritik“ die Intellektuellen von der „Vorstellung einer Herrschaft des Geistigen“ (Haug 1976b, 12) – was er Tomberg als Ideologem vorwirft – bestimmt. Aber nun stellt das Tui-Tum „einen Verrat fürchterlicher Art dar, der ins Mark des Erkenntnisanspruchs geht“ (16), den die Intellektuellen angeblich von Hause aus vertreten: „daß sie […] rücksichtslos, d.h. […] allein um der Erkenntnis willen dachten“ (10), „Erkenntnis der Erkenntnis halber“ (11).

Auf Tombergs Übersiedlung in die DDR Anfang Februar 1979, die in der Westberliner Presse auf vorangegangene Spionagetätigkeit zurückgeführt wurde, reagierten Verlag und Redaktion des Argument mit einer Presseerklärung, die seinen 1973 einsetzenden Rückzug aus der Redaktion, in die er 1968 eingetreten war, bis zum förmlichen Austritt im Januar 1979 „ auch [aus] Meinungsdifferenzen zur Redaktionsmehrheit“ erklärte: „Dem pluralistischen Konzept des ‚Argument‘ entsprechend wurden diese Differenzen offen in der Zeitschrift ausgetragen“ (Erklärung 1979, 332).

Im Frühjahr 1985 hielt Tomberg kurz nacheinander auf Konferenzen in der DDR zwei Vorträge über die Brecht-Lukács-Debatte, zuerst auf den Brecht-Tagen 1985 Zur Ästhetik Brechts. Fortsetzung eines Gesprächs über Brecht und Marxismus, dann auf dem internationalen Symposion der Philosophischen Institute der Akademien der Wissenschaften Ungarns und der DDR aus Anlass des 100. Geburtstags von Georg Lukács. Auf den Brecht-Tagen geht Tomberg davon aus:

„I[n…] der sogenannten Brecht-Lukács-Debatte […] scheint Brecht endgültig den Sieg davongetragen zu haben. Brechts Maxime gilt heute als selbstverständlich. Wir             dürfen und sollen unsere Mittel überallher nehmen, auch aus der neuesten bürgerlichen Literatur, wenn sie nur dem Zweck dienlich sein: ‚die Realität den Menschen             meisterbar in die Hand zu geben.‘ Auch als ganze haben die Werke der bürgerlichen    Moderne einen Platz in der sozialistischen Kultur gefunden. Stellt sich damit aber             nicht vielmehr der Sieg als Niederlage heraus? Hat nicht, wie Lukács befürchtete, die      zweite Kultur mit dieser Adaption sich selber aufgegeben?“ (Tomberg 1986, 144)

Und auf dem Lukács-Symposion schließt er, indem er die Konferenzen verknüpft: „Soll uns die Methode von Lukács über die Grenzen seines Gedankensystems hinwegführen können, […] so wird dafür gesorgt sein müssen, dass die Lukácssche [sic] der Brechtschen Kritik standzuhalten vermag. Aber auch die ‚kritische Haltung‘ Brechts hat ihre Grenzen, bei denen man nicht verbleiben kann“ wie z.B. der „Überschätzung der Wirksamkeit von Intellektuellen […] durch Kritik“ (Tomberg 1987, 277-278).

Keine Kontinuität

Der Nachweis des Bruchs zwischen der Zeitschrift und zwei frühen, für das Feld der Literaturtheorie zentralen Mitarbeitern widerspricht der These von einer Kontinuität des Argument-Marxismus seit 1968. Im Hinblick auf die von der Undercurrents-Redaktion an die ‚neuen Materialismen‘ gerichteten Fragen stellt sich der im Bruch mit der Widerspiegelungstheorie bzw. mit Lukács zugunsten Brechts herausgebildete Argument-Materialismus als problematisch dar: (1) Für den Materialismus als ‚Materialanalyse‘ verkörpert Brecht den Bruch mit einem zunächst mit Metscher und Tomberg geteilten Erbe. (2) Deren Ausgrenzung als ‚Ideologen‘ wegen ihrer Zugehörigkeit zu kommunistischen Parteien verleiht dem eigenen ‚pluralen Marxismus‘ die Akzeptabilität neutraler Wissenschaft. (3) Der Ideologie-Begriff ‚Vergesellschaftung von oben‘ verhimmelt gesellschaftliche Verhältnisse, wenn ein bundesrepublikanischer Kommunist wegen seiner Haltung zur DDR als ‚staatsförmig‘ gelten kann. (4) Das Emanzipationspotential wird im Kultur-Konzept ‚Vergesellschaftung von unten‘ individualisiert und (ethisch) idealisiert.

Schließen möchte ich mit zwei Gegen-Beispielen. Klaus-Michael Bogdal war der einzige BRD-Germanist, der das 1981 von Dieter Schlenstedt am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR herausgegebene und mit der umfangreichen literaturtheoretischen Einleitung „Problemfeld Widerspiegelung“ (Schlenstedt 1981, 15-188) versehene Buch Literarische Widerspiegelung rezensierte, und zwar im Argument. Als damaliger Althusserianer warf Bogdal zwar Schlenstedt vor, nicht die wissenschaftliche Konsequenz aus zugegebenen Schwächen des Begriffs zu ziehen: der Dualismus von Literatur und Wirklichkeit verdecke literaturideologisch literarische Produktion, aber er gestand Schlenstedt zu, mit seiner Definition von Widerspiegelung als „Gesamtheit der Relationen Verschiedenheit [„etwas in etwas anderem“ [Schenstedt 1981, 19], Gerichtetheit [„Gegebenheiten bedingt […] durch Gegebenheiten, die ihnen vorausliegen“, 19] und Übereinstimmung [„Übersetzungen“ re/produzieren „Invarianzen“ ohne Identität, 20]“ (23) das Konzept zum Instrument der konkreten Literaturanalyse zu differenzieren (Bogdal 1983, 843). Bogdal schloss seine Besprechung, Schlenstedts Versuch sei „anregender als die modisch ihre marxistische Vergangenheit denunzierende poststrukturalistische Literaturtheorie, die in den Schoß der ‚Ästhetik‘ zurückgefunden hat“ (846). Ähnlich respektvoll besprach 2014 im Themenheft „Kritisch-literarische Praxis“ Norbert Schneider damals neue Bücher von Thomas Metscher als

„große Theorieentwürfe, welche unerachtet der hier gemachten Einwände zumal    jüngeren Wissenschaftler/innen wichtige Denkanstöße geben können. Inmitten            vielfach noch als intellektuelle Leitinstanz bemühter dekonstruktivistischer Diskurse        stellen sie einen Versuch dar, eine grundlegenden Orientierung über die materiellen        Determinanten und ideologischen Aspekte der Kunstprozesse zu vermitteln. Man kann    kategorial viel aus ihnen lernen: nicht zuletzt auch die Dialektik, seinen, Metschers,          Ansatz selbst durch empirische Erprobung […] kritisch zu beurteilen.“ (Schneider 2014, 558)

 

Helmut Peitsch ist seit 2016 Senior Research Fellow am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Literaturverzeichnis

Das Argument-Konzept 1987: „Das Argument-Konzept“. In: Inge Stephan / Sigrid Weigel (Hg.): Weiblichkeit und Avantgarde. Berlin, Hamburg: Argument (= Literatur im historischen Prozeß. N. F. 16. Argument Sonderband. 144.), Umschlaginnenseite vorn.

Bogdal 1983: Klaus-Michael Bogdal: „Literarische Widerspiegelung in der DDR-Diskussion“. In: Das Argument Jg. 25 (1983) H. 142, S. 842-846.

Bürger 1975: Peter Bürger: „Was leistet der Widerspiegelungsbegriff in der Literaturwissenschaft?“. In: Das Argument Jg. 17 (1975) H. 90, S. 199-228.

Editorial 1975: „Editorial“. In: Das Argument Jg. 17 (1975) H. 90, S. 189-198.

Erklärung 1979: „Erklärung von Verlag und Redaktion »Das Argument« vom 14. 2. 1979“. In: Das Argument Jg. 21 (1979) H. 114, S. 332.

Fohrmann 2000: Jürgen Fohrmann: „Das Versprechen der Sozialgeschichte (der Literatur)“. In: Martin Huber / Gerhard Lauer (Hg.): Nach der Sozialgeschichte. Konzepte für eine Literaturwissenschaft zwischen Historischer Anthropologie, Kulturgeschichte und Medientheorie. Tübingen: Niemeyer, S. 107-112.

Götze / Scherpe 1981: Karl-Heinz Götze / Klaus R. Scherpe (Hg.): Die »Ästhetik des Widerstands« lesen. Über Peter Weiss. Berlin: Argument (= Literatur im historischen Prozeß. N. F. 1. Argument-Sonderband. 75.).

Haug 1976a: Wolfgang Fritz Haug: „Das sozialistische Kollektiv braucht denkende Individuen und durch Einsicht vermittelte Verbindlichkeit. Antwort auf Tomberg“. In: Das Argument Jg. 18 (1976) H. 98, S. 648-667.

Haug 1976b: Wolfgang Fritz Haug: „Zur Aktualität von Brechts Tui-Kritik“. In: W. F. H. (Hg.): Brechts Tui-Kritik. Karlsruhe: Argument (= Argument-Sonderband. 11.), S. 7-16.

Haug 1995: Wolfgang Fritz Haug: „Brecht-Linie. II.“. In: W. F. H. (Hg.): Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus. Bd. 2. Hamburg: Argument, Sp. 340-358.

Haug 2009a: Wolfgang Fritz Haug: „Ursprünge des Argument-Marxismus“. In: Das Argument Jg. 51 (2009) H. 280, S. 145-161.

Haug 2009b: Wolfgang Fritz Haug: „Georg Lukács im westberliner Vormai. Eine werk-biographische Notiz“. In: Rüdiger Dannemann (Hg.): Lukács und 1968. Eine Spurensuche. Bielefeld: Aisthesis, S. 35-41.

Literatur 1981: „Literatur im historischen Prozeß“. In:  Christian Fritsch / Lutz Winckler (Hg.): Faschismuskritik und Deutschlandbild im Exilroman. Berlin: Das Argument 1981 (= Literatur im historischen Prozeß. N. F. 2. Argument-Sonderband. 76.), Umschlaginnenseite vorn.

Lukács 1973: Georg Lukács: „Es geht um den Realismus“. In:  Hans-Jürgen Schmitt (Hg.): Die Expressionismusdebatte. Materialien zu einer marxistischen Realismuskonzeption. Frankfurt/M.: Suhrkamp [1938], S. 192-230.

Lukács 1954: Georg Lukács: „Einführung in die ästhetischen Schriften von Marx und Engels“. In: G. L.: Beiträge zur Geschichte der Ästhetik. Berlin: Aufbau [1945], S. 191-216.

Mattenklott / Schulte 1974: Gert Mattenklott, Klaus Schulte: „Literarische Widerspiegelung, Literaturverhältnisse, Literaturgesellschaft“. In: G. M. / Klaus R. Scherpe (Hg.): Westberliner Projekt: Grundkurs 18. Jahrhundert. Die Funktion der Literatur bei der Formierung der bürgerlichen Klasse Deutschlands im 18. Jahrhundert. Bd. 1: Analysen. Kronberg: Scriptor (= Literatur im historischen Prozeß. 4/1.), S. 1‑40.

Mattenklott 1976: Gert Mattenklott: „»Auf den Füßen gehts nicht mehr, Drum gehn wir auf den Köpfen«“. In: Das Argument Jg. 18 (1976) H. 99, S. 734-746.

Mattenklott 1980: Gert Mattenklott: Nach links gewendet. Über neuere Literatur. Berlin: Argument (= Argument Studienhefte. 42.)

Metscher 1968: Thomas Metscher: „Dialektik und Formalismus. Kritik des literaturwissenschaftlichen Idealismus am Beispiel Peter Szondis“. In: Das Argument Jg. 10 (1968) H. 49, S. 466-492.

Metscher 1971: Thomas W. H. Metscher: „Hegel und die philosophische Grundlegung der Kunstsoziologie“. In: Literaturwissenschaft und Sozialwissenschaften. 1. Grundlagen und Modellanalysen. Stuttgart: Metzler, S. 13-80.

Metscher 1972: Thomas Metscher: „Ästhetik als Abbildtheorie“. In: Das Argument Jg. 14 (1972) H. 77, S. 919-976.

Metscher 1975a: Thomas Metscher: „Ästhetische Erkenntnis und realistische Kunst“. In: Das Argument Jg. 17 (1975) H. 90, S. 229-258.

Metscher 1975b: Thomas Metscher: „Tendenzen materialistischer Ästhetik in der BRD“. In: Wolfgang Fritz Haug (Hg.): Warenästhetik. Beiträge zur Diskussion, Weiterentwicklung und Vermittlung ihrer Kritik. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 22-47.

Metscher 1976: Thomas Metscher: „Faust und die Ökonomie. Ein literaturhistorischer Essay“. In: Vom Faustus bis Karl Valentin. Der Bürger in Geschichte und Literatur. Das Argument Sonderband 3 (1976) S. 28-155.

Metscher 1982: Thomas Metscher: Kunst Kultur Humanität. Bd. 1: Studien zur Kulturtheorie Ideologietheorie Ästhetik. Fischerhude: Atelier im Bauernhaus.

Metscher 1984: Thomas Metscher: „Anmerkungen zum Ideologiebegriff des Marxismus und zum Ideologiebegriff des »Projekts Ideologie-Theorie« (PIT)“. In: Hans Heinz Holz, Thomas Metscher, Josef Schleifstein, Robert Steigerwald (Hg.): Marxismus – Ideologie – Politik. Krise des Marxismus oder Krise des »Arguments«? Frankfurt/M.: Marxistische Blätter 1984, S. 218-238.

Mittenzwei 1968: Werner Mittenzwei: „Marxismus und Realismus. Die Brecht-Lukács-Debatte“. In: Das Argument Jg. 10 (1968), H. 46, S. 12-42.

Scherpe 1983: Klaus R. Scherpe: „»Beziehung« und nicht »Ableitung«. Methodische Überlegungen zu einer Literaturgeschichte im sozialen Zusammenhang (am Beispiel der Nachkriegsliteratur)“. In: Das Argument Jg. 25 (1983) H. 137, S. 10-19.

Schlenstedt 1981: Dieter Schlenstedt: „Problemfeld Widerspiegelung“. In: D. S. u.a. (Hg.): Literarische Widerspiegelung. Geschichte und theoretische Dimension eines Problems. Berlin, Weimar: Aufbau, S. 15-188.

Schlenstedt 1986: Dieter Schlenstedt: „Veto gegen die Trollwelt – Georg Lukács zur Kunstfeindlichkeit des Kapitalismus“. In: Weimarer Beiträge Jg. 32 (1986) S. 275-286.

Schneider 2014: Norbert Schneider: „Marxismus und Realismus. Anmerkungen zu Thomas Metschers Philosophie der Kunst“. In: Das Argument Jg. 56 (2014) H. 309, S. 549-559.

Tomberg 1968: Friedrich Tomberg: Mimesis der Praxis und abstrakte Kunst. Ein Versuch über die Mimesistheorie. Neuwied, Berlin: Luchterhand (= Soziologische Essays.).

Tomberg 1973: Friedrich Tomberg: „Über den praktischen Sinn des Widerspiegelungs-Theorems“. In: Das Argument Jg. 15 (1973) H. 81, S. 613-629.

Tomberg 1976: Friedrich Tomberg: „Von der »Kritischen Theorie« zur wissenschaftlichen Weltanschauung. Gegenwärtige Tendenzen der Rezeption des Marxismus in ihrer unterschiedlichen Aufarbeitung durch Alfred Schmidt und Wolfgang Fritz Haug (I)“. In: Das Argument Jg. 18 (1976) H. 97, S. 395-448.

Tomberg 1986: Friedrich Tomberg: „Schwierigkeiten beim Begreifen der Realität. Zur Brecht-Lukács-Debatte über Realismus“. In: Brecht 85. Zur Ästhetik Brechts. Fortsetzung eines Gesprächs über Brecht und Marxismus. Dokumentation. Berlin: Henschel (= Schriftenreihe des Brecht-Zentrums der DDR. 5.), S. 144-159.

Tomberg 1987: Friedrich Tomberg: „Die Kritik der spätbürgerlichen Philosophie unter dem Blickwinkel der Brecht-Lukács-Debatte“. In: Manfred Buhr / Jozsef Lukács (Hg.): Geschichtlichkeit und Aktualität. Beiträge zum Werk und Wirken von Georg Lukács. Berlin: Akademie, S. 269-278.

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