Wir möchten euch herzlich einladen zum Vortrag eines bis dato geheimnisumwobenen Sprechenden in performativer wie auch diskursiver Gestalt am Mittwoch, 7.12. um 18h in der GSGG (Göttingen, Friedländer Weg 2, EG).

N.N.: „»Das Leben als Ertrag des Lebens«. Akademische Lebenswege zwischen Wissen, Distinktion und Prekarität“

„Selbstreflexion des Bourdieu’schen Habituskonzeptes. Zwischen Kritik der Wissenschaftspraxis und Distinktionsgewinn. – Warum denke ich das? Warum schreibe ich das?“

Sie saß vor den verschlossenen Türen des Konferenzraums und sah auf ihre tauben Hände. Die Pause hätte schon vor einer halben Stunde beginnen sollen. Auf den improvisierten Buffet-Tisch hatte sie fünf große Thermoskannen Kaffee gestellt, drei Kannen Tee, drei einfache Marmorkuchen, aufgeschnitten, und zwei Plätzchensortimente verteilt auf Desserttellern.

Sie bekam den vorläufigen Titel ihrer geplanten Doktorarbeit nicht mehr aus dem Kopf. Gestern hatte sie den Plan ihrer Promotion aufgegeben; sie hatte am Nachmittag mit ihrer Doktormutter gesprochen: finanziell am Ende und die unentwegte Konkurrenz der Menschen im Universitätsbetrieb kaum mehr ertragend, verzweifelt. Heute Morgen war die Zusage für das Stipendium gekommen. Das konnte sie nicht ausschlagen.

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