Was ist revolutionäre Literatur? Literatur über Revolutionen? Formal innovative Literatur? Wenn letzteres, liegt die formale Revolution in den Darstellungstechniken eines Textes, oder drückt sie sich erst in einer revolutionären literarischen Bewegung aus? Wie interagieren politische und literarische Bewegungen? Ist Literatur über Revolutionen von der Darstellung von sonstigen Widerstandspraktiken qualitativ zu unterscheiden? Bezieht sich das Adjektiv ‚revolutionär’ nur auf politische Umwälzungen? Oder auch auf wissenschaftliche oder literaturgeschichtliche Revolutionen? Wann und wo gibt es revolutionäre Literatur?
All diese Fragen sind Gegenstand des zweiten Schwerpunkts von Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft, der im Mai 2013 erscheinen soll. Den Hintergrund dieser Problematik bildet die Frage nach dem Verhältnis emanzipatorischer Bewegungen und literarischer Texte/Praktiken. Was macht ein solches Verhältnis ‚revolutionär’? Ist es die Wirkung von Literatur in revolutionären Bewegungen (wie etwa im Falle der ArbeiterInnenbewegungsliteratur oder antikolonialer literarischer Praktiken)? Oder ist es umgekehrt die Weise, in der sich revolutionäre Bewegungen in Literatur sedimentieren? Kann Literatur Revolutionen prägen? Prägen Revolutionen Literatur?
Zeitlich, räumlich und thematisch sind viele – exemplarische, theoretische, literaturhistorische, poetologische etc. – Beiträge denkbar. Revolutionen (bzw. Revolten etc.) sollen in den Artikeln nicht nur referentielle oder äußerliche Bezugspunkte sein, vielmehr sollten die Beiträge zu einer herrschaftskritischen Forschung über revolutionäre Literatur beitragen. Die Texte dürfen eine Länge von 3000 Worten nicht überschreiten. Fußnoten sind nicht gestattet. Zitiert wird im laufenden Text in Klammern nach dem Muster „Schneider 2014, 3“, mit alphabetischem Literaturverzeichnis am Ende.
Einsendeschluss (an undercurrentsforum@gmx.de) ist der 15.4. 2013. Die Redaktion behält sich eine Auswahl aus den eingesandten Texten vor.

Redaktion Undercurrents
Berlin/New York/Zürich, Januar 2013

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